Es war ein ehrgeiziges Projekt, das Initiator Axel Meyer und sein Projektteam im Sommer 2005 auf den Weg brachten: Auf der Suche nach alternativen Lösungsansätzen für die zahlreichen Probleme an den deutschen Schulen entstand die Idee, im Rahmen einer wissenschaftlich begleiteten Studie die Wirkungen einer professionellen Klassenraumbeduftung mit natürlichen ätherischen Ölen auf das Klassenklima sowie die Motivation, Aufmerksamkeit und Konzentration der Schüler zu untersuchen. Im November 2005 startete die Pilotstudie „Dufte Schule", im Sommer 2009 wurde sie beendet - insgesamt haben in dieser Zeit 799 Schüler an 30 Schulen am Projekt teilgenommen. Im Projektverlauf erntete die Studie viel Lob und Anerkennung und - wie jede Pionierarbeit - auch Skepsis und Kritik. In einem dürften sich Anhänger und Kritiker jedoch einig sein: Sie alle erwarteten mit Spannung die Veröffentlichung der Projektergebnisse. Diese liegt nun in Form des Sachbuchs „Dufte Schule: Leichter lernen mit Duft-Essenzen" von Axel Meyer (192 Seiten, gebunden, Kösel-Verlag) vor.
Am Anfang des Buchs unternimmt der Autor einen Ausflug in die menschliche Entstehungsgeschichte und stellt die Entwicklung des Geruchssinns und seiner Bedeutung sowie seine Funktionsweise dar. Anschließend wird der Leser in das Themengebiet der Aromatherapie eingeführt und erhält ausführlich Einblick in eine unter Fachleuten seit Jahren heftig diskutierte Problematik: Die gravierenden Unterschiede zwischen natürlichen und synthetischen Duftstoffen und die diesbezüglich fehlende Differenzierung seitens der Gesetzgeber und verschiedener Institutionen, die zunehmend zu einer Verunsicherung der Verbraucher führt. Der Autor stellt heraus, wie wichtig die ausschließliche Verwendung natürlicher Essenzen ist, und zeigt anhand eines virtuellen Einkaufsbummels, in welchem Ausmaß Düfte - meist synthetischer Herkunft - in der heutigen Zeit zu Marketingzwecken genutzt werden. Die Erläuterung der Gewinnung von ätherischen Ölen, ihrer vielfältigen Anwendungsbereiche sowie eine Sammlung wissenschaftlicher Studien zur Wirkung der Pflanzenessenzen komplettieren den ersten Teil des Buchs.
Im Hauptteil des Sachbuchs werden zunächst die Problemfelder geschildert, die zur Idee des Dufte Schule-Projekts geführt haben: Das schlechte Abschneiden der deutschen Schüler bei den PISA-Studien, das Thema Gewalt und Mobbing gegen Schüler und Lehrer und die allgemeine Überforderung der Lehrer, Schüler und Eltern. Nachdem die Projektidee zur „Duften Schule" geboren war, musste sie praktisch umgesetzt werden - dieser umfangreiche Planungsprozess wird in den folgenden Kapiteln nachgezeichnet und umfasst
- die Formulierung der Projektziele
- die große Herausforderung, einen Duft zu kreieren, der diese Ziele erfüllt und möglichst allen Beteiligten gefällt
- die Wahl des Beduftungsgeräts, des Beduftungsintervalls und der Dosierung
- die Festlegung der „Spielregeln" und der organisatorischen und wissenschaftlichen Rahmenbedingungen
Anschließend schildert der Autor anschaulich, wie das erste Schulprojekt an der Realschule in Seesen an den Start ging und wie sich die Studie danach weiter entwickelte - die ersten Erfahrungen und Ergebnisse, die steigende Anzahl von interessierten Schulen, die Berichterstattung in Presse, TV und Radio, die Kritiker und der Umgang mit Pannen und Stolpersteinen, die sich im Verlauf eines solchen Projekt zwangsläufig einstellen. Nach der ausführlichen Darstellung der überzeugenden Endergebnisse der Studie geht der Autor darauf ein, wie interessierte Lehrer in eigener Regie ein Dufte Schule-Projekt an ihrer Schule realisieren können und stellt eine Checkliste mit allen wichtigen Planungsschritten zur Verfügung.
Wir wünschen viel Spass beim Lesen!
